Stop

Als wir mit Gedankenhalt angefangen haben wussten wir nicht viel übers schreiben und vermarkten. Wir hatten die vage Idee kreativ zu sein und damit ein kleines Taschengeld dazu zu verdienen. So als Hobby, nebenbei. Mit jeder Woche lernten wir mehr übers Bloggen und Marketing. Heute wissen wir noch lang nicht alles, aber genug um sagen zu können: „Wir waren vor einem halben Jahr ganz schön naiv“. Mit dem jetzigen Wissen und dem bisschen Erfahrung im Rücken haben wir beschlossen uns neu zu orientieren. Wir machen den Laden dicht für Renovierungsarbeiten. Wir planen wieder auf zu machen und im Geschäft zu bleiben. Wir freuen uns darauf euch zu überraschen mit unserem neuen Projekt, über dass wir im Moment selbst noch nicht viel wissen. Das bisher geschriebene bleibt erst mal online, damit ihr was zum stöbern habt.
– Close –

Einkaufen

Mein Mann und ich führten eine ganz Weile eine Fernbeziehung. Daher hat es auch etwas gedauert bis wir zum ersten mal zusammen einkaufen waren. Zur Vorbereitung unseres ersten Silvesters gingen wir in den Supermarkt. Kaum hatten wir die kleinen Türchen am Eingang passiert drehte mein Mann durch. Mir war das furchtbar peinlich von ihm in aller Öffentlichkeit angezickt zu werden, weil ich die falsche Dose Ananas aus dem Regal geholt hatte. Mittlerweile sehe ich das Gelassen. Betrete ich mit meinem Mann einen Supermarkt zicke ich hemmungslos zurück, wenn er wieder loslegt. Das kann sogar richtig Spaß machen. Erst vor kurzem hatten wir eine dankbare Zuschauerin bei einer leidenschaftlichen Diskussion über die beste Salami. Wenn ich mich an ihr verdutztes Gesicht erinnere muss ich innerlich schmunzeln.

Der Flow

Überall hört man es. Schwimme mit dem Fluss und nicht gegen die Strömung. Hört sich an sich nicht schlecht an. Was ist, wenn man in ein Gebiet mit vielen Stromschnellen kommt? Soll ich mich dann weiter treiben lassen und rein ins Verderben? Eher nicht. Man muss eben nicht alles mitmachen. Das schreibe gerade ich. Ich, die das erklärte Ziel hat mit ihrem Mann glücklich alt zu werden, komme was da wolle. Für ihn würde ich auch einen Wasserfall runter springen. Er ist es nämlich wert. Doch nicht alles im Leben zählt zu dieser Kategorie. Man kann auch ans Ufer paddeln und die Stromschnellen umgehen, bevor man weiter schwimmt. Vielleicht muss man dann sein Floß eine Weile tragen aber besser so, wie in den Stromschnellen zu ertrinken.

Wie trifft man gemeinsam gute Entscheidungen?

Dieses Thema beschäftigt mich andauernd. Geht nicht, gibt es nicht, heißt dabei meine Devise. Das vergesse ich zwar hin und wieder, aber grundsätzlich denke ich, dass dies der beste Weg ist einen gemeinsamen Weg zu finden. Wie die meisten von uns tendiere ich dazu auf einen Vorschlag erst mal mit „Nein“ zu antworten. Dieses Reflex-Nein kann ich nicht immer kontrollieren. Doch wünscht der Partner sich wirklich etwas, ist es besser Ideen zu entwickeln wie man dies, sozial verträglich, verwirklichen kann. Das geht nicht immer. Es gibt Bedürfnisse die sich gegenseitig ausschließen, egal wie kreativ man bei der Lösungsfindung ist. Dafür hat man an seiner Seite einen Partner von dem man weiß, ist es möglich dann machen wir es auch möglich.

Einfach nur schreiben

Ich habe zwei Ausbildungen und ein halbes Studium hinter mir und frage mich immer noch was ich mal werden will. Nun, schreiben ist super aber damit Geld verdienen ist nochmal eine ganz andere Nummer. Im Moment schreibe ich, was ich schreiben will. Will ich Geld verdienen muss ich schreiben was andere hören wollen. In den letzten Wochen habe ich mir Wissen zu Onlinemarketing und Content Marketing angeeignet. Kurz umschrieben ist Content Marketing das Zielgruppengerechte darstellen von Informationen um etwas zu verkaufen. Dabei geht es um das Gestalten der Überschrift, Textformatierung, dem bewussten Einsatz von Schlüsselwörtern und Suchmaschinenoptimierung. Texte die im Internet zu Verkaufszwecken eingesetzten werden, werden genauso designt wie Supermärkte. Das Kaufverhalten von potentiellen Kunden soll positiv beeinflusst werden. Dagegen spricht auch erst mal nichts. So tickt unsere Welt nun mal. Aber auf Gedankenhalt will ich mir darum keinen Kopf machen. Ich will halt einfach nur schreiben.

Beziehungsarbeit

Das erklärte Ziel von meinem Mann und mir ist es zusammen glücklich alt zu werden. Als wir das Ziel zum ersten Mal formulierten waren wir sehr verliebt. Damals dachte ich, wir schaffen das locker. Heute denke ich immer noch, dass wir zusammen glücklich alt werden können, aber nicht mehr „locker“. Es ist verdammt viel Arbeit. Gestern Abend blieb der Fernseher nach dem Essen erst mal aus. Wir redeten über den Tag, soziale Strukturen und innere Prozesse. Das gehört zu einer Beziehung dazu. Nicht jeden Tag, aber ab und an ist es wichtig.

Planung ist das halbe Leben

Wieder so ein verregneter Sommertag. In letzter Zeit ist kein Verlass mehr auf die Wettervorhersagen. Oder kommt nur mir das so vor? Ich dachte unsere Technik wird immer ausgefeilter und die Vorhersagen daher immer genauer, aber weit gefehlt.

Sind 20 Grad und Regen angesagt wird es gefühlt bis zu 30 Grad warm und keine Wolke ist in Sicht. Sind 25 Grad und Sonne angesagt, regnet es und es hat gefühlt nur 15 Grad.

Ich gehöre zu den Menschen die gerne voraus planen. Es gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. Mir ist zwar schon klar, dass es überhaupt keinen Sinn macht, weil es immer anders kommt, als man denkt aber ich kann es trotzdem nicht lassen.

Ich möchte lockerer werden, daher übe ich mich darin in den Tag hineinzuleben und darauf zu vertrauen, dass ich mit allem fertig werde, wenn es dann soweit ist. Manche Vorbereitungen sind notwendig, aber die meisten Aufgaben können erst gelöst werden wenn sie gestellt werden.

Das liebe Geld

Anfang des Jahres gab es ein großes Beziehungsdrama. Es ging, natürlich wie soll es auch anders sein, um das liebe Geld.

Wir teilen uns alle Konten. Schon seitdem wir zusammen gezogen sind. Für mich fühlt sich das so einfach richtig an. Alles geht in einen gemeinsamen Topf. Soviel zum einfachen Teil. Der schwierig Teil ist, wer nimmt wie viel und für was aus dem Topf wieder raus.

Ich bin Schwabe, mein Mann nicht. Das ist die kürzeste Umschreibung die mir dazu einfällt. Vielleicht ist es bei vielen Paaren anders herum. Da fragt sich der Mann, warum die Frau nun schon wieder neue Schuhe braucht. Ich dagegen denke wirklich sehr gut nach wofür ich mein Geld ausgebe. Essen, Gesundheit, meinen Hund und Medien. Alles andere ist nicht so wichtig.

Mein Mann dagegen ist von etwas begeistert und will es dann auch haben. Unser tatsächlicher Kontostand ist unwichtig. Zugegeben das kommt nicht mehr so oft vor wie in den ersten Jahren unserer Beziehung, aber wenn es soweit ist nervt er mich solang damit bis ich entweder ausraste, weine oder aufgebe.

Dabei hasse ich es gerade zu, wenn er sich einen Wunsch nicht erfüllen kann, weil es das Konto nicht hergibt. Ich würde es gerne möglich machen, dass er sich jeden Wunsch erfüllen kann. Es ist wirklich schlimm für mich diejenige zu sein die „Nein“ sagt. Richtig wütend werde ich nur deshalb, weil mein Mann mich über Tage hinweg immer wieder in die Position bringt, dass ich dieses „Nein“ aussprechen muss.

Mein Mann war richtig froh als ich mir letzte Woche für knapp 50 € mal was gegönnt habe. Heute hat er sich nun auch einen kleinen Wunsch erfüllt ganz ohne Konflikt. Eine Powerbank für sein Smartphone.

Spirituell

Wenn ich behaupte, dass ich spirituell angehaucht bin ist das stark untertrieben. Ich wurde schon eher von einem esoterischen Tornado durchgeschüttelt.

Ich bin zwar wieder auf meinen zwei Beinen gelandet, trotzdem ist meine Weltsicht bis heute von zahlreichen alternativen Ansätzen geprägt. Angeleitet von meiner Mutter beschäftigte ich mich schon in meiner Jugend mit Traumdeutung, Tarot, Heilstein und co.
Das liegt bei mir halt einfach in der Familie.

Ich habe eine äußerst tolerante religiöse Weltanschauung. Ich finde den jetzigen Papst super und ich glaube an Karma. Im Grunde bin ich „Multi-Religiös“.

In jedem Fall glaube ich an eine gute Macht die über uns wacht, ohne das dies an Bedingungen geknüpft ist und ich glaube, dass es viel gibt was die Wissenschaft bisher nicht erklären kann.

Würdest du heute einem Bauern aus dem Mittelalter von E-Mails erzählen würde er dich auch für bekloppt halten. Briefe die unabhängig von der räumlichen Distanz beinahe ohne Zeitverlust übermittelt werden können, sogar ins Weltall. Selbst für mich als Kind der 90er klingt das immer noch seltsam.

Zugegeben, ich bin altmodisch in manchen Dingen. Mein Mann schüttelt mittlerweile nur noch den Kopf, wenn ich wieder etwas in D-Mark umrechne.

Aggressiv

Ein negativ besetztes Wort. Wir bringen es hauptsächlich in Verbindung mit Verletzungen und Straftaten.

Dabei ist es viel mehr als das. Es ist Überlebensnotwendig. Es bedeutet auch Kraft und Durchsetzungsvermögen.

Jeder von uns kennt es und jeder von uns unterdrückt es mal mehr und mal weniger aus. Dabei gehört es zu den natürlichen Mechanismen unseres Körpers, genau wie schlafen, essen und atmen.

Wohin also mit all den aufgestauten Emotionen. Ins Fitnessstudio, in die Kneipe, ein Streit vom Zaun brechen oder sich selbst in Frage stellen.

Für Aggression gibt es wenig Raum in unserer Gesellschaft, aber sie lässt sich auch nicht weg diskutieren. Unterdrücken ist ungesund.

Lieber dafür sorgen, dass sich nichts aufstaut, dann ist die Frage wohin damit auch nicht mehr so schwer zu beantworten. Man darf auch mal stinkig sein.