Abspann

„Nichts dringt in mein Hirn vor, meine Reflexe sind zu schnell.“

Ein Zitat aus Guardians of the Galaxy. Für alle Fans von Super-Helden, Fantasy und Science-Fiction schwer zu empfehlen.

Einer dieser Filme, die man auch gerne öfters schaut. Tatsächlich kann ich bei so einer gut erzählten Story wunderbar abschalten. Ich liebe es, wenn meine Gedanken ganz und gar von einer Geschichte in ihren Bann gezogen werden.

Es ist wie Aufwachen nach einem Mittagsschläfchen mit schönen Träumen. Der Abspann beginnt und man realisiert, dass es das wirkliche Leben auch noch gibt.

Solche Filme gibt es meiner Meinung nach viel zu selten.

Teamwork

Ich frage mich die letzten Tage immer wieder, wie haben wir Menschen es eigentlich geschafft auf dieser Erde zu bestehen. Teamwork und Vielfältigkeit sind die Antworten die mir dazu einfallen.

Für die Nahrungsbeschaffung war es notwendig zusammen zu jagen und die verschiedenen Talente jedes Einzelnen sinnvoll einzusetzen. Das mag in anderen Teilen dieser Welt immer noch so sein, aber heute und hier ist Teamwork nicht mehr überlebensnotwendig.

Ganz im Gegenteil, gegen andere zu handeln kann von Vorteil sein. Es kann den Zugang zu mehr Geld ermöglichen und somit zu besseren Ressourcen. Gemeinschaft definieren wir heute über gleiche Interessen. Die wahre Kraft des zusammen Lebens entsteht aber indem man die Wünsche des anderen unterstützt ohne einen eigenen Vorteil zu erwarten.

Teil des Ganzen

Wir atmen, essen und trinken. Wir sind in ständigem Kontakt mit dem um uns herum. Ohne zu atmen überleben wir nicht lange.

Als Faustregel gilt hier die Dreier-Regel: 3 Minuten ohne Sauerstoff, 3 Tage ohne Wasser, 3 Wochen ohne Nahrung.

Wie lange überleben wir ohne sozialen Kontakt? Das alleine sein, und damit meine ich nicht Single sein, sondern sozial isoliert, ist ein großes Problem, dass wissen wir mittlerweile alle. Wir nehmen viel in kauf, um zu einer bestimmten sozialen Gruppe zu gehören und wir erwarten viel von anderen, damit sie zu unserer Gruppe gehören dürfen.

Für ein gutes Leben gibt es also ein ganz einfaches Patentrezept, die eigenen Erwartungen nach unten schrauben.

Offenheit

Es ist schon eine ganze Weil her, da wurde ich von einer Kollegin gefragt, ob ich meinen Mann noch nie angelogen hätte. Nein, habe ich nicht.

Das heißt nicht, dass immer die reine Wahrheit aus meinem Mund kommt. Oft weiß ich Dinge nicht besser oder vergesse etwas zu erzählen. Ich berichte nicht von jeder Sekunde meines Alltags. Aber vorsätzlich gelogen habe ich nicht einmal.

Natürlich überlege ich mir hier und da wie ich etwas ausdrücke. Aber selbst das passiert eher selten. Ich bin der Typ der einfach drauf los quatscht. Das geht mir nicht nur bei meinem Mann so. Gegenüber anderen bereue ich meine Offenheit häufig. Selbst, wenn ich mir es gezielt vornehme in einer bestimmten Situation meine Aussagen zu kontrollieren, geht das meistens schief.

Nun ja, es ist halt wie mit allen ausgeprägten Eigenschaften in manchen Situationen sind sie von Vorteil in anderen eher ein Nachteil.

Jackpot

Nicht jede Beziehung ist gut. Bei diesem Satz fällt uns allen wahrscheinlich direkt ein Name ein, oder auch mehrere, oder auch ganz viele. Also mir fallen ganz viele ein.

Deshalb kommt es mir wie ein Wunder vor, dass ich mit meinem Mann zusammenleben darf. Alleine die Tatsache das wir uns kennengelernt haben, obwohl wir beide in ganz unterschiedlichen Regionen gelebt haben, finde ich beinahe unglaublich.

Ohne das Internet wären wir heute nicht verheiratet. Das Internet kann es uns auch schwerer machen den passenden Partner zu finden. Die Auswahl ist riesig und wir lassen uns alle manchmal leicht täuschen. Den Richtigen auszuwählen und von dem Richtigen ausgewählt zu werden ist nicht leicht.

Es ist fast wie Lottospielen. Ich habe einmal richtig Glück gehabt.
Schatz, du bist mein Jackpot.

Wer bin ich?

Wie finde ich heraus, wer ich bin, wen ich nicht weiß wo ich suchen soll? Das mit dem Sein ist so eine Sache, denn wir sind nicht immer gleich. Wenn wir herausgefunden haben wer wir sind, sind wir schon wieder anders. Hungrig, müde, gut gelaunt oder gestresst. Ein sich ständig ändernder Seins Zustand kann einen ganz schön verwirren. Wir haben gelernt unser Sein zu unterdrücken. Das ist nicht immer schlecht. Um zusammen sein zu können muss man irgendwie miteinander kommunizieren und dafür muss man sich kontrollieren, zumindest zeitweise. Die richtige Mischung macht es also, zwischen Bedürfnissen ausleben und Anpassung. Eine zentrale Aufgabe in einer Liebesbeziehung ist die richtige Mischung zu finden und immer wieder neu zu gestalten. Dafür gibt es kein Patentrezept. Jeder hat so seine eigenen Zutaten und Varianten. Hauptsache ist das man nicht nur seinen eigenen Brei kocht.

Friedvolles Leben

Manchmal sehne ich mich nach einer anderen Welt. Da bin ich nicht alleine. Mit Harry Potter hat die fantastische Literatur immer mehr Fans gefunden. Ende der 90er Jahre gab es nur eine kleine Auswahl an fantastischen Büchern in den Regalen. Heute ist das anders. Abstrakte Welten in PC-Spielen, Filmen und Büchern gehören zu unserem Alltag dazu. Einer der bekanntesten Filme der letzten Jahre, Avatar, handelt von der Verbundenheit mit der Natur und dem Schutz des Planeten in einer fantastischen Welt. Es gibt noch zahlreiche andere Beispiel aus den Kinocharts und Bestsellerlisten. Egal in welcher Welt ich lebe, ich möchte dort mit meinem Mann zusammen sein. Wie wir alle, wünsche ich mir im Grunde nur, ein sicheres und friedvolles Leben mit den Menschen die ich liebe.

Sei du selbst

Heute wissen wir sehr viel darüber, wie wir Menschen funktionieren. Medizin, Biologie und Psychologie sind nur einige der vielen Wissensgebiete, die uns erklären, warum wir handeln, wie wir handeln. Ich glaube wir wissen noch längst nicht alles. Kennt ihr den Begriff „Live Hack“? Eine Mischung aus Leben und dem Hacken eines Computers. Es gibt die verschiedensten Tipps im Netz, wie man die Gesetzmäßigkeiten seines eigenen Lebens austricksen kann, um besser zu sein als der Rest. Wieso frage ich mich? Gerade, wenn man versucht etwas zu umgehen steuert man meistens direkt darauf zu. Der Beste Live Hack ist meiner Meinung nach sich selbst treu zu sein und andere sein zu lassen wie sie sind. Keiner von uns ist besser, aber jeder Mensch ist anders.

Livebeitrag

Eigentlich sammle ich immer 10-20 Texte, schicke diese dann an meine Redaktion, mein Mann, der korrigiert und stellt alles online. Nun ist mein Mann krank und ich schreibe meinen ersten Livebeitrag. Direkt auf die Website ohne Umwege. Krank sein ist scheiße. Er hat Schmerzen und ich dreh mal wieder völlig ab. Ich sag nur Ehezilla. Hätte ich die Schmerzen selber, wäre es für mich nur halb so schlimm. Daneben zu stehen und nicht viel machen zu können ist schwerer als alles andere. Ich würde ja jetzt gerne sagen ich führe mich nur so auf weil ich ihn liebe, aber ich glaube ich dreh so durch weil ich ganz schlicht und einfach sehr neurotisch bin. Liebe ist manchmal nur eine Rechtfertigung für Egoismus und ich bin da keine Ausnahme.

Warum eigentlich nicht

Wir sehnen uns alle nach Geborgenheit. In unserer Welt, der beinahe unendlichen Möglichkeiten, ist dieses Gefühl selten geworden. Theoretisch ist alles variabel. Entscheidet man sich selbst für einen Partner, eine Arbeitsstelle oder einen Freund, heißt das noch lange nicht, dass das Gegenüber das auch tut. Wie also entsteht ein Gefühl von Sicherheit, wenn man ständig mit tausenden anderen potentiellen Beziehungspartnern in Konkurrenz steht? Indem man auf sein Herz hört und versucht gesellschaftliche Ideale, wie so ein Partner am besten auszusehen hat, ausblendet. Ich weiß, das ist schwer. Wir sind soziale Wesen, wir haben überlebt, weil wir zusammenarbeiten. Meiner Meinung nach ist das Anpassen an andere Menschen einer unserer Urinstinkte. Komplett kann man sich davon wahrscheinlich nicht lösen. Doch, wenn euer Herz sagt, da lang und euer Kopf sagt, nein das geht nicht, nehmt euch einen Moment Zeit und fragt euch selbst, warum eigentlich nicht.